Diabetes mellitus

Wir unterscheiden zwei Haupttypen des Diabetes mellitus,
Typ 1 und Typ 2. Gemeinsam ist beiden Typen ein erhöhter Blutzuckerspiegel, unterschiedlich ist die Entstehung der Überzuckerung.

Dem Diabetes mellitus Typ 1 liegt ursächlich ein Insulinmangel zugrunde, der durch eine schleichende Zerstörung der Bauchspeicheldrüse durch das eigene Immunsystem
(sog. Autoimmunerkrankung) hervorgerufen wird.
Bei Auftreten der Krankheit ist bereits der größte Teil der Bauchspeicheldrüse ausgefallen. Zum Diabetes mellitus Typ 2 kommt es dagegen durch einen Wirkungsverlust des Insulins. Dieser wird anfänglich durch eine gesteigerte Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse auszugleichen versucht, im Verlauf
kommt es zum relativen Insulinmangel und im Spätstadium durch Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse zum absoluten Insulinmangel.

Grundsätzlich können beide Diabetestypen in jedem Lebensalter vorkommen, jedoch ist der Typ 1 überwiegend eine Erkrankung
der Kinder und Jugendlichen und der Typ 2 eine typische Alterserkrankung. Von der Häufigkeit überwiegt bei weitem der Typ 2 Diabetes, der heute in Deutschland in der Altersgruppe
der 60 - 80 Jährigen ca. jeden 5. betrifft. Eine Rolle spielen
sowohl genetische Faktoren als auch Umweltbedingungen, bei Typ 2 insbesondere die Lebensweise und Ernährungsgewohnheiten.
Der Typ 2 Diabetes tritt häufig in Kombination mit Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Gicht auf
(sog. metabolisches Syndrom). Die Risikofaktoren addieren
sich nicht nur, sondern verstärken sich gegenseitig.

Die Beschwerden treten erst in einem bereits fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf. Typische Zeichen der Überzuckerung sind Leistungsabfall, Müdigkeit, starker Durst, Harndrang und Gewichtsabnahme, bei älteren Menschen rasche Austrocknung
mit Durchblutungsstörungen (z.B. Verwirrtheit). Die Messung des Blutzucker ermöglicht eine einfache und zuverlässige Diagnose. Der Blutzucker sollte nüchtern unter 110 mg% und nach dem Essen unter 180 mg% liegen. Der Urinteststreifen spricht erst später an (bei einem Blutzucker über 180 mg%). Das sog. Blutzuckergedächtnis (HbA1c) spiegelt einen über die letzten
3-4 Monate erhöhten mittleren Blutzuckerspiegel wieder.

Die Behandlung der beiden Diabetestypen ist unterschiedlich.
Bei Typ 1 besteht keine medikamentöse Therapiemöglichkeit.
Das fehlende Insulin ist durch Spritzen zu ersetzen. Die heute übliche intensivierte Insulintherapie ahmt dabei die natürliche Bauchspeicheldrüsenfunktion nach, durch Gabe eines langwirksamen Basalinsulins und eines kurzwirksamen Zusatzinsulins zu den Mahlzeiten (Basis-Bolusprinzip). Anders als der Typ 1 Diabetes, ist der Typ 2 Diabetes in vielen Fällen alleine durch eine Ernährungsumstellung behandelbar. Gelingt dies nicht, stehen eine Reihe von blutzuckersenkenden Medikamenten zur Verfügung. Eine Insulintherapie ist angezeigt, wenn Medikamente alleine nicht ausreichen.

Bei beiden Typen ist die gute Blutzuckereinstellung ein vorrangiges Therapieziel, da sie nachweislich das Wohlbefinden steigert, Krankenhausaufenthalte vermeiden hilft und die gefürchteten Komplikationen der Zuckerkrankheit vermindert. Die Schulung, Erlernung und Kontrolle der Therapie bietet heute dem Diabetiker eine gute Einstellung, gute Lebensqualität und Vermeidung von Spätfolgen.

Prof. Dr. med. R. Hörmann, Chefarzt, Lüdenscheid


Ernährung bei Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetiker müssen insbesondere darauf achten, daß die Zufuhr der blutzuckererhöhenden Kohlenhydrate und die Insulintherapie aufeinander abgestimmt sind. Die Berechnung
der Kohlenhydrate geschieht über die Berechungseinheit BE.
Eine BE entspricht 12 Gramm an verwertbaren Kohlenhydraten.

Heute gibt es keine strikten Diätvorschriften für Typ-1-Diabetiker mehr. Zuckerhaltige Lebensmittel sind im Rahmen einer gemischten Mahlzeit mit BE-Berechnung erlaubt. Nach Rücksprache mit dem Arzt dürfen Typ-1-Diabetiker ab und zu und in kleinen Mengen alkoholische Getränke (z. B. Bier, Wein, Sekt) trinken. Hochprozentiges und süße Alkoholika sollten sie aber meiden.
Der ideale Ersatz von Zucker ist für Typ-1-Diabetiker ein Süßstoff, den es in Form von Tabletten, Flüssigkeit und Streusüße gibt.

Ernährung bei Typ-2-Diabetes

Das Übergewicht ist in der Regel der Ausgangspunkt zur Entwicklung des Typ-2-Diabetes. Es muß durch eine kalorienreduzierte Ernährungsweise langsam und dauerhaft abgebaut werden. Dazu ist es erforderlich, die Fettmenge einzuschränken. Für Diabetiker sind insbesondere Lebensmittel geeignet, die durch ihren hohen Ballaststoffgehalt für eine dauerhafte Sättigung sorgen - dazu gehören Vollkornbrot, Vollkornreis, Vollkornnudeln, Pellkartoffeln, Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und Obst. Wenn Typ-2-Diabetiker vor einer Mahlzeit eingeweichte Leinsamen essen, steigt der Blutzuckerspiegel langsamer an und die Sättigung wird besser. Zuckerhaltige Produkte sollten gemieden werden. Die Ernährung enthält 3 bis 4 kleinere Mahlzeiten und eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme.
Typ-2-Diabetiker sollten täglich 2-2,5 l kalorienarme Getränke
wie Mineralwasser, Kaffee (bis zu 4 Tassen täglich), Schwarztee, Früchtetee oder Lightlimonaden bzw. Lightcolagetränke trinken. Alkoholika, insbesondere hochprozentige und süße, sind strikt zu meiden. Besonders aufmerksam müssen Typ-2-Diabetiker bei allen fettreichen Lebensmitteln sein – dazu gehören Sahne, Butter, Margarine, Öl, Schmalz, Mayonnaise, Torte, Kuchen, Süßigkeiten, Fleisch, Fisch (z. B. Lachs, Aal, Makrele), Fertigsalate, Chips, Croissants, Käse ab 45 % Fett und Wurstwaren (z. B. Leber-, Mett-, Tee-, Streich- und Bratwurst). Süßstoff ist der ideale Ersatz für Zucker. Diabetische Lebensmittel für Diabetiker sollten nur mit Bedacht gegessen werden, da sie ähnlich viele Kalorien wie zuckergesüßte Produkte enthalten. Durch ihren Gehalt an Zuckeraustausch- und Süßstoffen steigern sie jedoch den Blutzuckerspiegel langsamer als Zuckergesüßtes.

Sven-David Müller, Diätassistent und Diabetesberater DDG, Deutsches Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik, Aachen



Ärztliche Kontrollen beim Diabetes mellitus

Typ 1- und Typ 2-Diabetes mellitus sind chronische, d.h. über Jahre oder Jahrzehnte verlaufende Erkrankungen. Die Patienten sind durch eine frühzeitige Arteriosklerose des Gehirns, der Augen, des Herzens, der Nieren und der Beine besonders gefährdet. Eine gute Blutzuckereinstellung kann diese Komplikationen verhindern.

Der behandelnde Arzt fragt zunächst nach wichtigen Ereignissen (z.B. Unterzuckerungen =Hypoglykämien) und kontrolliert die Blutzucker- und Blutdruckmessungen des Patienten. Danach mißt er das Körpergewicht und den Blutdruck und schaut sich die Füße sowie die Einstichstellen für Insulin an.

Die ärztlichen Spezialisten (=Diabetologen) empfehlen eine Blutzucker- (=BZ-) Bestimmung in der Praxis zur Kontrolle der Selbstmessungen. Darüber hinaus soll zumindest vierteljährlich das HbA1c im Blut bestimmt werden. Dieser Laborwert erfaßt den an roten Blutfarbstoff (=Haemoglobin, kurz Hb genannt) gebundenen Zucker (=Glukose). Da sich das HBA1c im Gegensatz zur stündlich schwankenden Blutglukosekonzentration nur langsam ändert, erfaßt dieser Blutwert die Diabeteseinstellung der letzten 8-10 Wochen im Überblick. Ergänzende Laboruntersuchungen ergeben Aufschluß über die Nierenfunktion (Kreatinin, Albumin im Urin) und die Blutfettwerte. EKGs , Belastungs-EKGs und Langzeit-EKGs werden im Regelfall in Abständen von einem Jahr beim Hausarzt durchgeführt.
Der Kardiologie kann diese Untersuchungen durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (=Echokardiographie)
und der Blutgefäße (=Dopplersonographie) ergänzen. Die Überwachung der Arteriosklerose am Auge erfolgt durch Augenspiegelung beim Augenarzt. Der Neurologe führt Nervenfunktionsteste durch, um frühzeitig Nervenschäden (=diabetische Neuropathie) zu erfassen.

Je besser der Blutzucker eingestellt ist und umso frühzeitiger Komplikationen erfaßt werden, desto größer ist die Chance
auf ein weitgehend unbeschwertes und langes Leben.

Quelle:
Gain T.:MMW 143 (2001) 41-43

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen



Diabetisches Fußsyndrom

Eine gute Schulung rettet viele Füße!

Von Prof. Dr. med. C. Diehm und Dr. med. H. Lawall,
Klinikum Karlsbad-Langensteinbach

Eine optimale Patientenschulung mit Ernährungsberatung, körperlicher Bewegung und Blutzuckerselbstkontrolle sind
das A und O der Diabetesbehandlung. Durch eine gute Stoffwechseleinstellung können Spätkomplikationen (auch das diabetische Fußsyndrom) der Zuckerkrankheit verhindert bzw. verzögert werden. Dazu gehören die folgenden Aspekte:

  • Bewusst leben!
  • Normalgewicht halten oder anstreben!
  • Achten Sie auf eine qualitativ hochwertige Kost (kohlenhydratreich, fettarm, eiweißbeschränkt, hoher Ballaststoffanteil)
  • Geben Sie dem Stress und der Hektik keine Chance!
  • Hören Sie bedingungslos auf zu rauchen!
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck! Ihre Blutdruckzielwerte liegen bei 120/70 bis maximal 130/80 mmHg.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Blutfettwerte (Cholesterine und Triglyzeride) im Normbereich liegen!

Viel Bewegung

Regelmäßige Bewegung und eine konsequente Fußgymnastik führen nicht nur zu einer Blutzuckersenkung durch Muskelarbeit, sie fördern auch die Durchblutung der Füße.

Richtige und regelmäßige Fußpflege

  • Inspizieren Sie Ihre Füße täglich! Nehmen sie evtl. einen Spiegel zur Hilfe (Suche nach Rissen, Hornhautschwielen, Rötungen, Blasen, Nagelveränderungen). Achten Sie darauf, dass auch ihr Arzt regelmäßig die Füße untersucht.
  • Schwielen sind ein wichtiges Warnsignal für eine zu starke Druckbelastung.
  • Halten Sie Ihre Füße warm und trocken.
  • Füße täglich lauwarm (ca. 37°C, nicht länger als fünf Minuten) waschen. Bei Gefühlsstörungen Temperatur vor dem Fußbad mit dem Ellenbogen oder mit Thermometer prüfen. Mit einem weichen Handtuch gut abtrocknen, auch zwischen den Zehen.
  • Nach dem Waschen Füße eincremen, vor allem bei trockener und rissiger Haut im Bereich der Ferse und der Sohle – nicht zwischen den Zehen.
  • Nur weiche Strümpfe aus Naturmaterial (Wolle oder Baumwolle) tragen.
  • Extreme Vorsicht bei der Fußpflege: Vorsicht mit spitzen Hilfsmitteln. Verbot von Nagelschere/-zange. Hautmesser, Hornhauthobel und Rasierklingen vermeiden. Verboten sind alle Hühneraugenmittel, auch Salizylpflaster! Weisen Sie Ihre Fußpflegerin/Ihren Fußpfleger immer sofort auf ihre Zuckerkrankheit hin!
  • Hornhaut mit Bimsstein oder Hornhautrubbel entfernen!
  • Niemals barfuß gehen! Verletzungsgefahr! In öffentlichen Bädern droht Fußpilzgefahr! Am Strand und beim Baden stets Badeschuhe tragen.
  • Keine einschnürenden Socken, Strumpfbänder oder Kompressionsbinden tragen. Sie stören die Durchblutung.
  • Pilzinfektionen und Hühneraugen müssen vom Arzt behandelt werden. Bei hartnäckigen Nagelpilzen müssen sowohl Medikamente eingenommen als auch die Nägel mit speziellem Nagellack behandelt werden.

Richtiges Schuhwerk

  • Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe gut sitzen und bequem sind (weich und nicht einengend – „die Zehen brauchen Luft“). Spezialschuhe mit weichem Oberleder ohne Zehenkappe und gepolsterter Innensohle vermeiden Druckschäden am nervengestörten Fuß.
  • Sandalen sind nicht empfehlenswert.
  • Neue Schuhe zunächst nur stundenweise „einlaufen“. Beim Kauf von Sportschuhen besonders vorsichtig sein, da die Füße beim Sport besonders beansprucht werden!
  • Schuhe am frühen Nachmittag kaufen, weil da Ihre Füße Normalform haben.
  • Bei Fußdeformitäten müssen die Schuhe vom orthopädischen Schuhmacher speziell angefertigt werden.
  • Besondere Vorsicht auch bei neuen Einlagen!
  • Untersuchen Sie Ihre Schuhe regelmäßig auf Fremdkörper (spitze Kanten, innen liegende, hervorstehende Nähte, einschnürende Schuhbänder, Steinchen etc.).

Vermeiden Sie direkte Hitzeeinwirkung

  • Keine Wärmeflasche, Heizkissen, warme Fußbäder, Thermalbäder oder warme Schlammpackungen!
  • Vorsicht vor Sonnenbrand!
  • Wechselbäder nur nach Rücksprache mit dem Arzt!

Adäquate Wundpflege: Die diabetische Gangrän ist heilbar!

  • In den meisten Fällen ist eine Infektion bei einer gleichzeitig vorliegenden Nervenstörung die Ursache der diabetischen Gangrän. Diese ist somit bei einer rechtzeitigen Behandlung heilbar!
  • Bei der geringsten Verletzung zum Arzt! Auch kleinste Verletzungen dem Arzt zeigen.
  • Wunden sollten täglich versorgt und neu verbunden werden.
  • Ihr Arzt entscheidet, ob ein Wundabstrich und eine Keimbestimmung erforderlich wird.
  • Basis einer Heilung ist eine gründliche mechanische Wundreinigung mit scharfem Löffel und Skalpell. Abszesse und Fistelgänge müssen drainiert und abgestoßene Knochenteile müssen entfernt werden.
  • Eine konsequente Ruhigstellung (Rollstuhl oder vorübergehende Bettruhe) und Entlastung des betroffenen Fußes fördert die Wundheilung.
  • Beim sog. diabetischen Druckgeschwür („Mal perforant“) ist die Druckentlastung die erste und wichtigste Maßnahme. Der Fuß muss mit Bettruhe und Entlastungsschuh ruhig gestellt werden.
  • Therapieschuhe für die Sofortbehandlung ermöglichen dem sonst bettlägerigen Patienten eine frühe Mobilisierung.
  • Antibiotikagaben können das Übergreifen der Infektion auf Weichteile, Sehnen und Knochen verhindern.

Außenseitermethoden

Finger weg von nicht wissenschaftlich und klinisch
nicht bewährten Außenseitermethoden:

  • Sauerstoffbehandlungen
    • Ozontheraphie
    • Hämatogene Oxidationstherapie
      (HOT oder „Blutwäsche“)
    • Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie
  • Frischzelltherapie
  • Chelattherapie
  • Eigenbluttherapie

All diese Methoden sind beim diabetischen Fuß nicht wirksam.
Sie sind zum Teil sogar risikoreich.

Prof. Dr. med. C. Diehm und Dr. med. H. Lawall, Klinikum
Karlsbad-Langensteinbach. CARDIOVASC 2002/2, 78 - 79



DIABETIKERFUß

Diabetiker leiden häufig an einer Erkrankung der Beine, insbesondere der Füße (sog. diabetisches Fußsyndrom).
Die Blutzuckererhöhung führt langfristig zu einer Nervenfunktionsstörung (sog. diabetische Polyneuropathie)
und Durchblutungsstörung der Arterien (sog. diabetische Angiopathie oder periphere arterielle Verschlußkrankheit).
Die Nervenschädigung erzeugt Gefühlsstörungen, insbesondere
ein vermindertes Schmerzempfinden. Durch die Verengung der Arterien resultiert eine Mangelversorgung des Fußes mit Nährstoffen und Sauerstoff.

Diese Veränderungen führen bei Diabetikern zu einer erhöhten Verletzungsgefahr der Haut. Darüber hinaus treten häufig Hautblutungen und bakterielle Infekte auf, die zu tiefen Wunden führen können und schlecht abheilen. Bei hochgradigen Gefäßverengungen bzw. -verschlüssen können die Zehen oder Teile des Fußes absterben und schwarz werden (sog. Nekrosen).

Vorbeugung und Behandlung von Fußerkrankungen bedürfen aus diesem Grunde besonderer Aufmerksamkeit. Der Diabetiker sollte seine Füße einschließlich der Fußsohlen (mit Spiegel) täglich ansehen (=inspizieren). Die Fußpflege muß mit Kompetenz und Sorgfalt erfolgen. Die Auswahl und Paßform der Schuhe werden mit einem erfahrenen Arzt besprochen. Dies können Allgemeinmediziner oder Internisten sein (diabetologisch geschulter Hausarzt, diabetologische Schwerpunktpraxis, Internisten mit der Zusatzbezeichung Endokrinologie). Darüber hinaus ist häufig eine enge Zusammenarbeit mit einem Röntgenarzt zur exakten Untersuchung der Blutgefäße erforderlich. Dieser kann auch die Engstellen (=Stenosen)
durch einen Ballonkatheter aufdehnen (sog. PTCA). Chirurgen werden ebenfalls gerne befragt (=konsultiert).

Verletzungen und Hautinfektionen werden örtlich (=lokal), z.B. durch Abtragen von Schwielen, Eröffnung von Eiteransammlungen (=Abszessen) und/oder systemisch (d.h. über den Blutkreislauf), z.B. mit Antibiotika behandelt. Die Fußerkrankungen der Diabetiker können abheilen, in schweren Fällen aber auch zur Notwendigkeit einer Amputation von Zehen, Vorfuß oder Unterschenkel führen.

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

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Körperhälfte




Absterbende Mittelzehe (schwarz) und bakterielle Ent-
zündung auf dem Fußrücken (rot)




Zehenverformung und zahlreiche Druckstellen durch zu enge Schuhe (schwarz: abgestorbene Haut; rot: ent-
zündete Haut)

Quelle:
Dr.med. A.Wagner
St.-Vincenz-Hospital, Coesfeld aus: Notfallmedizin 2003; 29(4)