Durchliegegeschwüre

Durchliegegeschwüre (=Dekubitalulzera =Dekubiti) sind Zerstörungen (=Nekrosen ) der Haut in solchen Körperbereichen, in denen die Knochen bei bettlägerigen Patienten aufliegen. Zumeist sind Steißbein und Fersen, seltener auch Hinterkopf
und Schulterblätter betroffen. Durchliegegeschwüre finden sich zumeist bei älteren Patienten, die durch eine Krankheit langfristig bettlägerig geworden sind. Durch den Körperdruck wird die Blutzufuhr der Haut unterbrochen, sie stirbt ab.
Man unterscheidet 4 Schweregrade:

Stadium I :

Konstante Hautrötung
Stadium II: Hautblasen
Stadium III: Hautzerstörung bis zur Muskulatur
Stadium IV: Haut- und Muskelzerstörung bis zum Knochen

Der behandelnde Arzt wird die betroffenen Hautstellen zunächst ansehen und dann eine Umlagerung in zweistündigen Abständen empfehlen. Der Patient wird aus der Rückenlage um 30° nach rechts und links gedreht. Dabei sorgen Polster für einen sicheren Halt und eine ausreichende Druckentlastung. Darüber hinaus können spezielle Matratzen und/oder Betten eingesetzt werden. Die Wundversorgung erfolgt mit lokal aufgetragenen Medikamenten. Die vorbeugende Behandlung (=Prophylaxe)
zur Verhinderung der Durchliegegeschwüre ist optimal.
Bei großen und tiefen Hautzerstörungen kann die
Behandlung Wochen bis Monate dauern.

Quelle:
M. Martin und Mitarbeiter, Deutsches Ärzteblatt 97 (2000)
A 1605-1610

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

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