Gallensteine

Gallensteine sind Aushärtungen der Galleflüssigkeit. Sie befinden sich in der Gallenblase oder im Gallengang, der die Leber mit dem Dünndarm verbindet. Die Steine (=Konkremente) können den Abfluß der Galleflüssigkeit stören. Es entsteht ein Gallestau,
der den Patienten krampfartige Schmerzen (=Koliken) bereitet. Die Schmerzen sind dumpf und dauern meist länger als 30 Minuten.
Sie befinden sich im rechten oberen Bauch. Übelkeit und Appetitlosigkeit können zusätzlich auftreten. Beim starken Gallestau findet sich eine Gelbfärbung (=Ikterus) der Augen
und Haut. Tritt zusätzlich Fieber auf, liegt eine bakterielle Entzündung vor.

Der behandelnde Arzt untersucht im Blut die Leberwerte
(GOT, GPT, Alkalische Phosphatase) oder die Entzündungszeichen (Leukozyten, Blutsenkung). Mittels Ultraschall (=abdominelle Sonographie) können die Steine zumeist in Größe und Zahl bestimmt werden. Bleiben Fragen offen, veranlaßt der behandelnde Arzt eine ERCP. Bei dieser Untersuchung wird
ein schlauchförmiges Instrument (=Endoskop) vom Patienten geschluckt und durch den Magen in den Zwölffingerdarm (=Duodenum) geführt, wo der Gallengang einmündet. Danach
wird Röntgenkontrastmittel in den Gallengang und die Gallenblase gespritzt, um die Steine exakt zu lokalisieren. Ergänzend kann
der Röntgenarzt (=Radiologe) eine Computertomographie oder Kernspintomographie durchführen.

Bereiten Gallenblasensteine Beschwerden, werden sie zusammen mit der Gallenblase operativ entfernt. Dies geschieht in den letzten Jahren zumeist mit Metallröhrchen (=endoskopische Operation), die von außen durch die Bauchhaut an die Gallenblase herangeführt werden. Früher wurde die Gallenblase immer durch einen größeren Bauchschnitt entfernt(=konventionelle Operation). Manchmal können die Gallensteine auch durch die ERCP mit einem Körbchen herausgezogen werden. Falls der Patient Zeichen der Infektion zeigt (z.B. Fieber), erfolgt vor der Gallensteinentfernung eine Therapie mit Antibiotika zur Abtötung der Bakterien. Wenn die Gallensteine fachgerecht entfernt worden sind, treten im Allgemeinen für den Rest des Lebens keine Beschwerden mehr auf.

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

Seite drucken
Zur Startseite

rechte          linke
Körperhälfte