Insektengiftallergie

Die Insektengiftallergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen Insektenstich. Die Verursacher sind
im Sommer und Herbst zumeist Bienen und Wespen, seltener Hummeln oder Hornissen. Die Bienen sind schwarz; ihr Stachel bleibt nach dem Stich in der Haut stecken. Wespen besitzen einen gelben Hinterleib. Die allergischen Beschwerden (=Symptome) setzen innerhalb von Minuten ein. Sie reichen von einer lokal begrenzten Entzündung (Symptome: Rötung (=Erythem) und Schwellung (=Ödem)) am Einstichort bis hin zu einer ausgeprägten Nesselsucht (=Urtikaria) der gesamten Haut, Luftnot, Blutdruckabfall und Schock mit Bewußtlosigkeit.

Bei einer auf den Stich begrenzten allergischen Reaktion ist ein Arztbesuch überflüssig. Wenn allerdings gravierende Symptome auftreten, sollte sofort ein Arzt oder das Krankenhaus aufgesucht werden. Der Patient wird dort rasch befragt (=anamnestiziert) und untersucht (insbesondere Puls- und Blutdruckmessung).

Unkomplizierte, weil lokal begrenzte allergische Reaktionen werden mit Salben (enthalten Antihistaminika oder Kortison) behandelt. Bei generalisierten (=systemischen) Beschwerden erfolgt die Therapie wegen des raschen Wirkungseintritts durch Injektion oder Infusion von antiallergisch wirksamen Medikamenten (Antihistaminikum, Kortison). Nach Entlassung erhält der Patient die gleichen Medikamente in Tablettenform zur sofortigen Selbstbehandlung nach einem erneuten Stich.

Die weitere Abklärung erfolgt nach 2 Wochen durch einen Allergiespezialisten (=Allergologe). Durch Hauttestung (=Pricktestung) und Blutuntersuchung auf Allergieeiweiße
(=IgE-Antikörper) kann die Allergie bewiesen und das verantwortliche Insekt exakt bestimmt werden. Falls der
Nachweis gelungen ist und darüber hinaus eine schwere allergische Reaktion vorgelegen hat, wird eine Hypo-sensibilisierung (=Desensibilisierung) über 3 Jahre durchgeführt. Dabei wird das Insektengift in kürzeren Zeitabständen tief in die Haut des Oberarmes gespritzt. Auf diese Weise entwickelt
der Patient eine Toleranz und ist sicher vor schweren
Symptomen nach einem erneuten Stich geschützt.

Quelle:
Ruëff F. und Mitarbeiter: Allergo J 9 (2000) 458-472

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

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