Lungenentzündung

Die Lungenentzündung (=Pneumonie) wird durch Erreger (Bakterien, Viren, Pilze) verursacht. Sie werden eingeatmet (=Tröpfcheninfektion) und vermehren sich in der Lunge. Die Pneumonien können zu Hause (=ambulant) oder im Krankenhaus (=nosokomial) erworben werden. Lokalisation und Ausdehnung des Lungenbefalles variieren stark. Die Patienten leiden unter Fieber bis 40 ° C, Schüttelfrost, Husten, eitrigem Auswurf und Hinfälligkeit. Der behandelnde Arzt wird zunächst die Lungen abhören (=auskultieren) und dabei häufig Veränderungen der Atemgeräusche feststellen. Die Blutuntersuchungen belegen eine beschleunigte Blutsenkung und eine Vermehrung der weißen Blutzellen (=Leukozytose). Das Röntgenbild des Brustkorbes (=Thorax) zeigt helle Flächen (sog. Verschattungen), die dem Ort und der Größe des Erregerbefalles entsprechen. Die Behandlung der Pneumonien erfolgt durch Antibiotika, entweder als Tabletten oder durch Infusionen. Unter den zahlreichen verschiedenen Substanzen (z.B. Penicillin, Cephalosporin, Chinolon) trifft der behandelnde Arzt eine Auswahl. Darüber hinaus sollte das Fieber gesenkt (siehe Mittelohrentzündung) und reichlich Flüssigkeit zugeführt werden. Ob eine Behandlung in der Praxis ausreicht oder ein stationärer Krankenhausaufenthalt erforderlich ist, entscheidet ebenfalls der Arzt. Besonders gefährdet sind Menschen mit weiteren Erkrankungen (z.B. Emphysembronchitis, Herzschwäche, Diabetes, Alkoholismus) und Alte. Wenn Lungenentzündungen richtig behandelt werden, heilen sie in aller Regel völlig aus. Der Genesungsprozess dauert allerdings Wochen.

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen



Lungenentzündung durch Legionellen

Eine Lungenentzündung (=Pneumonie) kann manchmal durch spezielle Bakterien (=Legionella pneumophila) ausgelöst werden. Die Erkrankung wird als Legionärskrankheit (=Legionellose) bezeichnet, weil sie 1976 erstmals bei Kriegsveteranen in den USA aufgetreten ist. Die Legionellen leben im Wasser und vermehren sich zwischen 25 °C und 55 ° C (sog. Risikobereich). Gefährlich ist ein Befall von Warmwasserleitungen in Häusern mit Dusche, Klimaanlage und Whirlpool, weil die Bakterien mit den fein vernebelten Wassertropfen eingeatmet (=inhaliert) werden und in der Lunge verbleiben. Aus diesem Grunde wurden spezielle technische Regeln entwickelt (siehe Quelle), die eine Infektion verhindern sollen. Das Trinken selbst ist ungefährlich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht bekannt.

Die beschwerdefreie Zeit (=Inkubationszeit) zwischen der Ansteckung durch Einatmung (=Inhalation) und den ersten Krankheitszeichen (=Symptomen) beträgt 2-10 Tage. Die Patienten beklagen danach Fieber bis 40 ° C, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfälle, Erbrechen und Benommenheit. Eine kurze und leichte Verlaufsform wird als Pontiac-Fieber bezeichnet.

Der behandelnde Arzt wird den Patienten zunächst nach seinen Symptomen befragen und die Lunge dann mit einem Stethoskop abhören (=auskultieren). Den direkten Hinweis für eine Legionellenpneumonie liefert nur eine rasch durchzuführende Röntgenaufnahme des Brustkorbes (=Thorax). Das Blut wird schnell auf Entzündungswerte (z. B. weiße Blutzellen (=Leukozyten), Blutsenkung, C-reaktives-Protein) untersucht.
Ein spezifischer Nachweis durch Anzüchtung der Bakterien oder Antikörperbestimmung im Blut ist mit Unsicherheiten behaftet.

Die Behandlung der Legionellose erfolgt meist ohne definitiven Nachweis von Legionellen mit speziellen Antibiotika (z. B. Erythromyzin). Gegenüber Penicillin sind Legionellen unempfindlich (=resistent). Bei ernsthaft erkrankten Patienten sollte ein Krankenhausaufenthalt bevorzugt werden, da Fehlbehandlungen tödlich enden können. In den meisten Fällen heilt die Legionellose allerdings folgenlos aus.

Quelle:
Robert Koch-Institut, Nordufer 20, D-13353 Berlin (www.rki.de/infekt/ratgeber/rat.htm)

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

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(Röntgenbild aus CD-ROM "Röntgenquiz" www.vsoft.de)