Magen-Darm-Infekt

Der Magen-Darm-Infekt, auch als Magen-Darm-Grippe
(=Gastroenteritis) bezeichnet, ist eine Infektionskrankheit. Die Erreger sind Bakterien, Viren oder Einzeller, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Zumeist erfolgt die Übertragung durch verdorbenes Essen (z.B. Mayonaise) oder Ansteckung von Mensch zu Mensch innerhalb einer Familie bzw. Freundeskreis
und Arbeitsstelle.

Die Patienten beklagen Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall (wässrig oder breiig, seltener blutig). Fieber kommt in der Regel nicht vor. Die Patienten können für einen oder mehrere Tage erheblich geschwächt, arbeitsunfähig oder sogar bettlägerig sein. Der Magen-Darm-Infekt heilt, von Ausnahmen abgesehen (z.B. Milzbrand mit Fieber), von selbst (=spontan) aus.

Leichte Magen-Darm-Infekte bedürfen im Allgemeinen keiner ärztlichen Behandlung. Bei stärkeren Beschwerden und/oder mehrtägigem Verlauf wird der behandelnde Arzt zunächst nach diesen Beschwerden (=Symptomen) fragen und klären, ob auch andere Menschen an ähnlichen Krankheitszeichen leiden. Danach muß er den Bauch anschauen (=inspizieren), abtasten
(=palpieren) und abhören (=auskultieren). In unklaren Fällen schließt er eine Ultraschalluntersuchung des Bauches
(=abdominelle Sonographie) und eine Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen an (z.B. erhöhte Blutsenkungsgeschwindig-
keit, Vermehrung weißer Blutkörperchen (=Leukozytose)). Die ärztliche Untersuchung erfolgt sorgfältig, um andere Erkrankungen des Bauches (z.B. Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gallensteine) festzustellen (=zu diagnostizieren) oder auszuschließen, da sie ähnliche Beschwerden auslösen können und dringend einer intensiven medizinischen Betreuung bedürfen.

Bei einem Magen-Darm-Infekt sollten die Patienten ausreichend trinken (z.B. körperwarmen Tee (Pfefferminz, schwarzer Tee),
2 - 3 l pro Tag). Bei Erbrechen wird zunächst mit kleinen Mengen begonnen (z.B. auf Löffel anbieten), bei starken Durchfällen muß die Menge auf 3 - 4 l gesteigert werden, damit der Wasserverlust durch den Stuhl über das Trinken wieder ausgeglichen wird. Die Nahrung sollte wenig belastend sein (z.B. trockener Zwieback). Schmerz- und krampflindernde Medikamente (z.B. Scopolamin) wirken angenehm. Erbrechen und Durchfall können ebenfalls medikamentös behandelt werden, jedoch läuft ihre Wirkung der körpereigenen Reinigung durch die Entleerung des Magens und Darmes entgegen. Als Hausmittel wird eine warme, jedoch nicht
zu heiße Wärmflasche auf den Bauch empfohlen. Diese kann zum Schutze vor Verbrennungen mit einem Handtuch umwickelt werden. Antibiotika sind nur in Ausnahmefällen erforderlich.

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

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