Meningitis

Die Meningitis (=Hirnhautentzündung) ist eine Infektions-
krankheit der Gehirnhäute (=Meningen), die zwischen den harten Schädelknochen und dem Gehirn liegen. Die Ursache sind zumeist spezielle Bakterien (z.B. Pneumokokken, Meningokokken) oder Viren. Die Patienten klagen über Kopfschmerzen, Fieber (39 – 40 Grad Celsius), Bewußtseinsstörungen, Nackensteifigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Manchmal können auch epileptische Anfälle oder Nervenlähmungen (=fokale neurologische Ausfälle) vorkommen.

Der erkrankte Patient oder seine Angehörigen bzw. Begleitpersonen sollten sofort Kontakt mit einem Arzt (Hausarzt oder ärztlicher Notdienst) aufnehmen. Der Arzt wird den Patienten direkt in die Praxis bitten oder einen Hausbesuch durchführen. Er fragt zunächst nach den o.g. Beschwerden und untersucht die Gehirnfunktionen des Kranken. Besteht der Verdacht auf eine Meningitis, erfolgt am besten eine sofortige Krankenhauseinweisung. Dort wird man eine Entnahme des Nervenwassers (=Liquor) am Rückenmark vornehmen. Darüber hinaus wird eine Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen
(z.B. Blutsenkung, weiße Blutkörperchen (=Leukozyten))
und eine Computertomographie des Kopfes (=cranielle Computertomographie) durchgeführt.

Bei einer bakteriellen Meningitis sollte die Behandlung (=Therapie) möglichst innerhalb von 1 Stunde durch Infusionen in die Vene
(=intravenös) begonnen werden. Sie erfolgt mit Antibiotika
(z.B. Penicillin, Cephalosporin). Bei einer Virusmeningitis werden im allgemeinen nur die Beschwerden behandelt (=symptomatische Therapie, z.B. durch fiebersenkende Mittel), da es gegen Viren
im allgemeinen keine geeigneten Antibiotika gibt.

Wenn eine Meningitis frühzeitig erkannt und behandelt wird,
heilt sie komplett und ohne Dauerschäden aus. Die Infektion mit Meningokokken (=Meningokokkenmeningitis) kann zum Tode führen, da sie besonders rasch und schwerwiegend verläuft.
Bei einer Meningokokkenmeningitis müssen wegen der Ansteckungsgefahr alle Kontaktpersonen des Patienten vorbeugend (=prophylaktisch) mit Antibiotika behandelt
und dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

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