Notfall

Notfälle sind Erkrankungen, die innerhalb von Minuten
(z. B. Herzinfarkt, schwere Unfälle), Stunden (z. B. Lungenembolie) oder Tagen (z. B. Lungenentzündung) zu dauerhaften Schäden oder tödlichem Ausgang führen können. Diese Krankheiten müssen sofort festgestellt (=diagnostiziert) und behandelt (=therapiert) werden. Die Patienten sind zumeist bei der Frage, ob es sich um einen Notfall handelt, in ihrem Laienwissen überfordert. Nicht selten vermag selbst der behandelnde Arzt die richtige Diagnose nicht auf Anhieb zu stellen und benötigt erst umfangreiche Untersuchungen.

Notfälle müssen sofort ärztlich untersucht werden. Der Ansprechpartner ist während der üblichen Praxisöffnungszeiten zumeist der Hausarzt. Da in Deutschland die Freiheit der Arztwahl besteht, können auch direkt Fachärzte (z. B. Kardiologen, Kinderärzte, Augenärzte) aufgesucht werden. Wenn Praxen wegen Überlastung keine raschen Termine vergeben können, sollten andere Ärzte um sofortige Untersuchung gebeten werden.

In den Nachtstunden sowie an Sonn- und Feiertagen wird der kassenärztliche Notdienst aufgesucht. Es handelt sich um niedergelassene Ärzte verschiedener Fachrichtungen,
die stellvertretend für alle anderen den Dienst verrichten.
Die Telefonnummer erfährt der Patient aus den Tageszeitungen
oder durch den Anrufbeantworter ihres Arztes. Der diensttuende Arzt kommt bei Bedarf mit seinem Fahrzeug ohne Blaulicht.
Mit den Helferinnen oder dem Arzt ist zu klären, ob er sofort
oder wegen Überlastung erst in einigen Stunden kommen kann.

Bei bedrohlichen Notfällen dürfen der Patient oder die Begleiter sofort den Rettungsdienst mit Notarzt , Blaulicht und einem Rettungsfahrzeug über die Notrufnummern 112 (Feuerwehr) oder 110 (Polizei) alarmieren. Dies gilt insbesondere für Notfälle auf öffentlichen Flächen (z. B. Straßen, Plätze) und Gebäude (z. B. Schulen, Kindergärten, Heime, Ämter, Arbeitsstelle). Der Kranke wird innerhalb von wenigen Minuten aufgesucht. Der Notarzt kommt mit einem eigenen Fahrer, während die Rettungssanitäter ebenfalls mit Blaulicht und einem RTW (=Rettungs-Transportwagen) oder KTW (=Kranken-Transportwagen) kommen. Der RTW hat die Form eines Kleinbusses und ermöglicht die Behandlung des Patienten durch den Arzt im Stehen. Der KTW hat die Form eines Kombifahrzeuges und dient lediglich dem Patiententransport. Die Krankenkassen übernehmen alle Kosten.

Bei Notfällen müssen immer Patientenname und Aufenthaltsort angegeben werden. Eine detaillierte Beschreibung der Anfahrt kann sinnvoll sein. Für Rücksprachen sollte auch die Telefonnummer benannt werden. Die Außenbeleuchtung des Hauses wird nachts eingeschaltet. Bei zurückliegenden Wohnungen wird empfohlen, daß ein Helfender bis zur Straße geht, während die anderen beim Patienten verbleiben.
Eine genaue Beschwerdeschilderung kann wichtig sein.

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

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Rettungs-transportwagen




Innenansicht

Quelle:
Fa. Miesen, Bonn