Rheuma

Unter dem Begriff „Rheuma“ werden umgangssprachlich verschiedene Gelenkerkrankungen zusammengefaßt; die wichtigste ist die rheumatoide Arthritis (kurz rA). Sie beginnt
mit einer Entzündung der Gelenkinnenhaut (=Pannus) und führt zu einer Zerstörung von Knorpel und Knochen. Die typischen Entzündungszeichen (=Symptome) sind Schwellung, Erwärmung und Rötung. Die Gelenkzerstörung äußert sich als Bewegungsschmerz, Bewegungseinschränkung und Fehlstellung. Die rheumatoide Arthritis befällt vornehmlich die Gelenke zwischen der Mittelhand und den Fingern (=Fingergrundgelenke), die Gelenke zwischen den ersten und zweiten Fingerknochen
(=Interphalangealgelenke), Ellenbogengelenke, Kniegelenke, Sprunggelenke sowie die zwischen Mittelfuß und Zehen
(=Zehengrundgelenke). Seltener sind die Schultern sowie
die Halswirbelsäule (kurz HWS) betroffen.

Die Patienten beklagen zunächst eine Morgensteifigkeit von
einer oder mehreren Stunden Dauer. Die Beschwerden betreffen mindestens drei Gelenkregionen, meist sind beide Hände beteiligt. Die Symptome beginnen leicht und verstärken sich im Laufe von Wochen, Monaten und Jahren.

Der behandelnde Arzt wird zunächst nach diesen Beschwerden fragen und dann alle Gelenkregionen einzeln untersuchen. Die Blutabnahme erfolgt zur Untersuchung auf Entzündungszeichen (z.B. Blutsenkungsbeschleunigung, Leukozytenvermehrung
(=Leukozytose), Rheumafaktoren, Antikörper). Ultraschalluntersuchungen, Röntgen und Szintigraphie
können die Ergebnisse ergänzen.

Die rheumatoide Arthritis wird medikamentös behandelt. Man unterscheidet drei verschiedene Wirkstoffgruppen: nicht-steroidale Antirheumatika (=Antiphlogistika =NSAR), Glukokortikosteroide (=umgangssprachlich Kortison genannt)
und Basistherapeutika (=Basismedikamente).

Die nicht-steroidalen (=ohne Kortison) Antirheumatika
(=Medikamente gegen Rheuma) wirken schmerzlindernd
(=analgetisch) und entzündungshemmend (=antiphlogistisch). Sie wirken symptomatisch (=beschwerdelindernd), halten aber die Gelenkzerstörung nicht auf. Unangenehme Nebenwirkungen können im Magen-Darm-Trakt auftreten (z.B. Geschwüre
(=Ulcera)).

Die Glukokortikosteroide besitzen eine gute antientzündliche Wirkung. Die Menge (=Dosis) kann entsprechend den Beschwerden variiert werden; anzustreben ist langfristig eine möglichst niedrige Dosierung (z.B. 5 mg).

Basistherapeutika (z.B. Chloroquin, Sulfasalazin, Methotrexat) halten die Gelenkzerstörungen auf. Diese Medikamente sind sinngemäß die Basis in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Die ärztliche Kunst besteht darin, unter der Vielzahl an Medikamenten die geeignete Kombination und Dosierung
zu bestimmen.

Die Zukunftsaussicht (=Prognose) ist individuell sehr unterschiedlich. Sie reicht von einer weitgehenden Beschwerde-
freiheit bis hin zur Bettlägerigkeit (=Immobilität). Die individuelle Ausprägung variiert über die Zeit, da die rheumatoide Arthritis schubförmig verläuft.

Quelle:    Kneitz, C., Tony, H.-P. (2001): Münchener Medizinische Wochenschrift 143, Zertifizierte Fortbildung, Folge 23.

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

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