Syphilis

Die Syphilis (=Lues) ist eine infektiöse Geschlechtskrankheit
durch spezielle Bakterien (=Treponema pallidum). Sie wird beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Dauer (=Inkubationszeit) zwischen der Bakterienaufnahme (=Infektionsbeginn) und dem ersten Auftreten von Beschwerden (=Symptome) beträgt ein bis drei Wochen. In selten Fällen können auch Neugeborene infiziert sein (=konnatale Lues). Bei der Syphilis der jugendlichen und erwachsenen Frauen und Männern (=postnatale Lues) werden drei Stadien unterschieden:

  1. Primärstadium (=Lues I): Im ersten Stadium findet man ein schmerzloses, unterschiedlich großes und hartes Geschwür (=Ulcus) im Geschlechtsbereich. Dieses Ulcus ist gerötet, feucht, bakterienhaltig und somit sehr ansteckend (=hoch infektiös). Das Geschwür (auch „harter Schanker“ oder Primäraffekt genannt) verschwindet von selbst (=spontan) nach etwa fünf Wochen. Die vergrößerten Leistenlymphknoten bilden sich ebenfalls zurück.Wenn die Syphilis im Primärstadium nicht behandelt wird, vermehren und verbreiten sich die Bakterien im Körper und befallen weitere Organe. Die Erkrankung geht dann in das Sekundärstadium über.

  2. Sekundärstadium (=Lues II): Das zweite Stadium dauert zwei Monate bis fünf Jahre nach dem Infektionsbeginn (=post infektionem). Die Bakterien befallen Haut, Mundschleimhaut, Augen, Leber und Lymphknoten. Wird die Syphilis im Sekundärstadium nicht behandelt, wachsen die Bakterien weiter und es entwickelt sich dann das Tertiärstadium. Primär- und Sekundärstadium werden als Frühsyphilis bezeichnet, daß Tertiärstadium als Spätsyphilis.

  3. Tertiärstadium (=Lues III): Das dritte Stadium kann fünf
    bis fünfzig Jahre nach dem Infektions- beginn dauern. Dabei tritt Eiter (=Pus) und Gewebezerfall (=Nekrose) in den verschiedenen Organen auf: Haut, Zunge, Knochen, Muskeln, Herz, Lunge, Magen, Darm, Leber, Gehirn, Rückenmark. Die Beschwerden der Patienten variieren entsprechend dem unterschiedlichen Befall der verschiedenen Organe.

Eine Syphilis wird durch drei Blutuntersuchungen festgestellt
(=diagnostiziert): TPHA-Test, FTA-Test und VDRL-Test. Es handelt sich dabei um Analysen auf Antikörper im Blutserum. Ob und in welchem Umfang weitere Untersuchungen (z.B. EKG, Sonographie, Röntgen) durchgeführt werden, entscheidet der behandelnde Arzt in Abhängigkeit von den Patientenbeschwerden.

Die Behandlung der Syphilis erfolgt durch eine oder mehrere Penicillininjektionen in den Muskel (=i.m.-Injektionen). In fortgeschrittenen Fällen erfolgen tägliche Penicillininfusionen über zwei bis drei Wochen in die Vene (=intravenös). Therapiewillige werden ohne, Therapieverweigerer mit Namen vom behandelnden Arzt an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet. Wird die Syphilis früh genug erkannt und korrekt behandelt, heilt sie völlig aus. Somit wird verhindert, daß die Erkrankung in das Stadium II und/oder III übergeht. Der Geschlechtspartner wird stets mitbehandelt. Eine Vorbeugung ist durch Partnertreue und die Benutzung von Kondomen möglich.

Quelle: Herold, G. (2000): Innere Medizin. Eigenverlag.

Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen

Seite drucken
Zur Startseite